VfL Bura Bura News

Dienstag, Mai 20, 2014

Europameister Schweiz?

Naja, fast. Der VfL Bura Bura 00 sicherte sich als Schweizer Nationalmannschaft bei der ersten Schlammfussballeuropameisterschaft in Belgien aber immerhin den beachtlichen zweiten Rang. Der Turniersieg ging dabei an die überlegenen Holländer, während Rang drei nach Polen ging und die Trophäe für die Sieger der Herzen nach Tschechien verliehen wurde. Aber mehr dazu später…Das ganze Debakel begann am Freitagmittag mit der üblichen leichten Verspätung. Die beiden Damen des Teams mussten unbedingt noch etwas fertig warten, bevor man weiterfahren durfte. Immerhin konnten sie so bereits für die Fahrt üben, bei der der ansonsten tadellose und mit viel Applaus zu verdankende Chauffeur konsequent Raststätten ohne damentaugliches Klo suchte. Sie wurden durch die Fahrt aber dennoch nicht so heftig traumatisiert wie eingangs zu befürchten war. Und auch an verschiedenen Bildungsstätten in Zürichs Suburbia konnte schon bald erleichtert aufgeatmet werden, da die befürchtete Buritobedrohung harm- und arglos an ihnen vorüberzog. Nur ein Lehrer wurde entführt, was aber auf der Heimreise durch die Entwendung eines Studenten kompensiert wurde. Der Hut sang dazu.

Etwas weniger glimpflich kamen dann aber wohl die Zeugen verschiedenster Tanzeinlagen und Trikottauschaktionen in germanischen Gefilden davon. Wir gehen aber davon aus, dass die Zurschaustellung von Bigdominas Secrets nicht für übermässig viele spontane Erblindungen sorgte. Da keine Strafzettel, Jointventures am Zoll, Verletzte in Köln oder ähnliche Vorkommnisse zu berichten sind, legen wir den Mantel der Nächstenliebe oder zumindest die Schweizerfahne des VfL über den Rest der Reise. Vielleicht sei aber dennoch angemerkt, dass einige schon in Köln waren, als andere noch im Schwarzwald fuhren, dies aber kompensierten, indem sie erst in Belgien merkten, dass sie Holland erreicht hatten… Dem Bus, dem Navi und dem Fahrer war das irgendwie egal. Der Hut aber sang.

Mit nicht ganz 100 nach Belgien gerast, stellten die Buritos erfreut fest, dass ihre Unterkunft nicht nur grosszügiger waren, als befürchtet, sondern auch, dass der freundliche Wirt, der sich – oh Wunder – an gewisse Klubfunktionäre und deren Bestellungen 2011 noch bestens erinnerte, im Exelshof noch immer äusserst gute Spareribs auf Lager hatte. Ein Festmahl brach denn auch sofort aus. Leider waren aber keine Vertreter anderer Teams vor Ort, so dass die Schweiz ihre eigene kleine Eröffnungszeremonie halten durfte. Dank der langen Reise reichte dies aber für einiges Hochgefühl und sprachliche Fehlprägungen aus. Es wurden jedoch weder Rosen gegessen, noch Gürtel vergessen, sondern Kübel besessen und Körbchen gemessen. Der Hut aber sang.

Nach einer gesunden Nacht des Schlafs diskutierte man eifrigst über verschiedene Europäische Wettbewerbsformate und deren Konkurrenzveranstaltungen. So vermischten sich das anonyme Kamerakind nach 1, 2 oder 3 Sekunden mit dem androgynen Fleischerzeugnis Gmundnerart und es entstand der Turnierslogan des VfL: ROSCHEEE CORDON BLEU!!!!! A – NO – NYM!!! Derweilen zitterten drei Kaffeejunkies im Entzug vor sich hin. Erstaunt beobachtete man das energetische Treiben der Teenienachbarn, frohlockte gemeinsam mit einem Esel über die morgendliche Luft und wurde etwas verwirrt durch einen Zeltbewohner mit Rasenmäher. Ohne Gartenarbeit fühlt sich so ein Ferienaufenthalt aber auch einfach nur langweilig an… Ach ja, der Hut sang.

Um 1200 stand dann die offizielle Eröffnungszeremonie an. Diese fiel aber leider etwas mager aus, weil die Mannschaft aus Polen noch irgendwo im Verkehr fest steckte. Irgendwann wurde sie dann aber dennoch durchgeführt, so dass die Teams sich für die Nationalhymnen aufstellen konnten. Leider wurden entgegen erster Absprachen wegen ernsten Einsprachen nur die gewöhnlichen Hymnen gespielt. Für etwas Humor sorgte hingegen, dass die Schweizer Hymne komplett vergessen ging und die Buritos den Text der Polnischen einfach nicht beherrschten. Nach einer kurzen Demonstration des Teams durfte auch der VfL sich patriotisch zeigen. Die lustigen Versionen folgten im übrigen später am Abend auch noch, was zu Begeisterungsstürmen in manchen Lagern führte. Auch der Hut sang.

Kurz nach dem Abspielen der Schweizer Hymne konnte die erste Partie beginnen. In dieser zeigten die Niederländer bereits, dass der Titel wohl nur von ihnen geholt oder verschenkt werden könnte. Beeindruckt machten sich die Buritos ans Aufwärmen, was immerhin zu der Erkenntnis führte, dass die Helmkamera wasser- und schlagfest ist. Schliesslich knallte bereits – wie nicht anders zu erwarten war – innerhalb der ersten Sekunden ein Ball gegen das Gerät. Das Kamerakind erfüllte im übrigen seinen Dienst nahezu perfekt und fast gänzlich anonym. Er schaffte es auch, den Helm vor dem Toilettengang auszuziehen, wie wir mittlerweile wissen, fand das Kamerakind aber nicht raus wie man sie ausschaltet oder wo man sie am besten hinhängt, wenn zwei Teams duschen gehen… Aber das ist eine andere Geschichte und der Hut sang.

Nun denn, vor den Enthüllungsstories unseres Jungreporters mussten auch die Buritos erstmals in den Schlamm. Gegen die Gastgeber aus Belgien konnte sich die Schweizer Schlammfussball Nationalmannschaft (Swiss National Swamp Soccer Team, wenn man dem Schild auf dem Teambus glauben darf) in einem fairen und umkämpften Spiel mit 2-1 durchsetzen. Die beiden grössten Buritos erwiesen sich als Torschützen, während der Einsatz der vermeintlich liechtensteinischen Torfrau trotz des Erfolges zu keinen Protesten führte. Dabei hatte sie extra den roten Pass dabei. Schön zugedreckt, merkten alle wie spassig Schlammfussball sein kann und stellten verblüfft fest, dass der Hut sang.

Nach einigem Werweissen, wie man am besten eine Stunde lang mit dem aquirierten Dreck umgehen soll, verbrachte das Team eine gemütliche Stunde an der belgischen Sonne. Kein Wölkchen trübte den Himmel, jedenfalls nicht bis die mit Kraut und Zwiebeln überladenen Hotdogs von den Teilnehmern entdeckt wurden. Deren Verkäufer erinnerten sich im Übrigen wie der Wirt des Exelshof auch noch an das oben erwähnte Präsidiumsmitglied. Hmmm, seltsam aber auch… Jedenfalls waren dann alle bereit für die lustigste Partie des Wochenendes. Im Spiel Schweiz Tschechien gab es soviele kleine und grosse Highlights, dass man eigentlich Stunden lang darüber schreiben könnte. Aus Platzgründen verbleibe ich aber minimalistisch. Zunächst folgt das nackte Resultat: 5-1, mit den selben Torschützen wie im ersten Spiel. Dreimal des Barkeepers Liebling und zweimal das Kamerakind trafen für die Schweiz. Dann kommt der nackte Torwart. Aber wenn er die Hosen – wie ihm vom Schlamm diktiert worden war – unten belassen hätte, wäre das Spiel nur 4-1 ausgegangen. Und zuletzt kommt die nackte Wahrheit: Der Laufstärkste Burito würde das Tor nicht treffen, wenn man es ihm auf die Nase binden würde. Die nackten Tatsachen besagen aber auch, dass es etwas unorthodox ist, einen Hechtkopfball zu versuchen bei einem Ball, der im Schlamm steckt. So singt der Hut und dieser hat immer recht.

Im Anschluss an mehrere längere Duschen ging es dann zur internationalen Players Party. Dort zeigten die Tschechen gleich nochmals, wie umgänglich und unterhaltsam sie sind. Sie und die Gastgeber bereiteten den Buritos jedenfalls einen unvergesslichen Abend. Für Polen galt dagegen scheinbar das Motto „Brüssel sehen und sterben“, denn sie verschwanden schon früh in Richtung Hauptstadt. Die Niederlande verliess diszipliniert das Geschehen. Und die Schweiz hüpfte, die Tschechische Republik tanzte und Belgien lachte. So muss es sein. Der gelungene Abend wurde mit belgischem Braten und angeknabberten Rippen versüsst. Der Hut sang und des Teamjuniors Hüfte klatschte!

Nachdem ein unbeteiligter Zivilist die Buritos alle nach Hause gefahren hatte, bot sich am nächsten Morgen die Gelegenheit mehrere Stunden über die Verfügbarkeit von Taxis, die Bereitschaft von Opfern und die Eignung von Go-Karts zur Wiederbeschaffung des Teambusses zu diskutieren. Am Ende konnten die Kaffeejunkies aber auch am zweiten Tag ihr Techtelmechtel in Hechtel fortführen, da sie mit den Holländern zum Platz zurück kehren konnten, um den Superbus zu retten. Andere inspizierten inzwischen ihre Leistengegend auf Spuren schlechtplatzierter Ellbogen. Und der Hut winzelte nicht. Nein, er sang!

Am Sonntagmittag galt es dann gegen Polen anzutreten. Und siehe da: die Luft in Brüssel war wohl doch etwas gesunder, als jene in Hechtel. Die Polen waren technisch gut und läuferisch zur Stelle. Die Buritos zogen – huch – wie sonntags üblich ihren schwächsten Match ein. Nur ein Traumtor des Turniertopscorers und die zwischenzeitliche 1-0 Führung standen auf der Habensseite. Drei nicht wirklich zwingende Gegentreffer bescherten der Schweiz somit die erste Niederlage. Aus unerfindlichen Gründen bewog dies einen Burito dazu, seinen weissen Bauch mit Liegestützen zu qüalen, während der Hut dennoch einfach weitersang.

Die vierte und letzte Partie der Schweiz ging mit 0-2 verloren. Dabei wehrten sich die Leidgenossen aber nach Kräften und insbesondere die zweite Halbzeit entpuppte sich als verblüffend offenes Spiel. Am Schluss lag man sich denn auch mit den Niederländern in den Armen und machte Photosessions mit allen Teams, tauschte querbet die Trikots etc. Die Niederländer hatten den Turniersieg – unter Vorbehalt eines Wunders auf sicher – und die Schweiz musste auf Schützenhilfe ihrer Tschechischen Freunde hoffen. Und tatsächlich agierten diese im Nachbarschaftsderby gegen Polen äusserst überzeugend, verloren aber letztlich doch noch knapp mit 0-1. Weil die Turniertabelle aber nicht nach Punkten, sondern nach der Gesamtzahl der erzielten Tore, ermittelt wurde. Stand damit trotzdem der zweite Europameisterschaftsplatz für die Schweiz fest. Die Buritos hatten somit mit ihren Erlösern einen weiteren Grund zu feiern. Nach dem Essen mussten diese aber leider in Richtung Heimat und Arbeit aufbrechen. Verständlich, aber schade! Das gemeinsame Wochenende hätte ruhig noch eine Weile länger andauern können. Ach ja, der Hut sang, wenn auch etwas langsamer und ermüdeter als auch schon…

Für den VfL folgte ein weiterer gelungener Abend, auch wenn man am Schluss die letzten verbliebenen Mohikaner stellte. Deshalb gilt es an dieser Stelle allen Teams zu danken, für die fairen Spiele, den Spass auf und neben dem Platz, die Bereitschaft sich auszutauschen und gemeinsam dem schlammigen Spass zu widmen. Dieser Dank gilt insbesondere den Organisatoren aus Belgien, die für das Wohl aller Teams besorgt waren und vorlebten, um was es bei dem Turnier ging. Zusätzlich muss herausgestrichen werden, dass jeder im Schweizer Team seinen Teil dazu beitrug, dass der Anlass für den VfL Bura Bura 00 auf und neben dem Platz zu einem derartigen Erfolg wurde. Das Vereinsmotto „Winning is for losers“ wurde mal wieder umgesetzt. Besonderes Lob gilt dabei dem Chauffeur für die geduldige Fahrt und der Schweizer Verstärkungsspielerin, die eigentlich gar nicht nach Belgien konnte, dort ständig Alarm düüdaate, dann aber sogar durchspielte, als sie sich hätte auswechseln dürften. Zum Dank wurde sie dekoriert. Der Hut singt nun übrigens an einem neuen Zuhause. An einem solchen befindet sich nun auch die Zaunfahne der Polen, die von ihren eigentlichen Besitzern in Belgien vergessen wurde, die Kaffeekanne des Campingplatzes und ein Freiburger Student.

Zum Abschluss noch ein paar Lektionen fürs Leben: Wer einschläft, sollte kein Getränk halten und Büchsen, die nicht geöffnet werden können, sollten verschlossen bleiben. Treffen sich zwei Parallelen, singt der Hut Shakespear.

posted by El Presidente at 3:50 pm  

1 Kommentar »

  1. Den Studenten haben wir wieder zurück gegeben….
    Ich säge nur „Chübel, ich schiise in Sitz!!“

    Kommentar von Marco — Mai 20, 2014 @ 4:17 pm

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