VfL Bura Bura News

Donnerstag, Oktober 27, 2016

Gerhard’s Grüne Feenlandschaft

Am letzten Wochenende führte die diesjährige Auslandsreise/Vereinswanderung immerhin fünf tapfere Buritos in den wilden Westen. Dort lauerten grüne Feen, gefallene Gerhards und geschlossene Gasthäuser auf unsere Reisenden.

Am vergangenen Freitag trafen sich Kassenklingler Lucas und Eventmanager Kevin zum gemeinsamen Spaziergang. Dumm nur, dass dieser im Zuge einer Zugfahrt zerfloss und die Herren in Buttes endeten, wo angeblich Füchse darauf warten, um den Hasen gute Nacht zu sagen. Wie der Name des Ortes suggeriert, liegt dieser am Ende eines jeden Weges, oder zumindest des Schienennetzes. Zudem hatte der Slogan „Ich bin auch ein Bus“ hierbei scheinbar nachhaltige Wirkung bei den beiden Burito-Pionieren erzielt, so dass die vermeintliche Fahrt ins Bourbakiland abrupt mit den Geleisen endete. Mittels genanntem Umweg führte der Weg von Fleurier nach Fleurier, was immerhin mit Speckbroten und Boxerspeck verdankt wurde. So gestärkt, traf auch die Buritos die Erkenntnis, dass der Zug wohl nicht für sie gedacht war, sondern eher ein Bus sie zu ihrem etwas höher gelegenen Ziel führen könnte: Les Verrieres, Heimat des Souflaki, äh, der Bourbaki. Da hätten sie wohl zuvor besser nicht den Einflüsterungen der in Fleurier residierenden Fee gehorcht, welche ihnen nebst des fragwürdigen Routenbeschriebs, vor allem auch Einblicke in die hohe Kunst ihres grünen Daumens offeriert hatte.

Diese verpasst hat leider ein Berner Brummbär namens Jacques. In Sachen Routenbeschrieb entpuppte er sich aber als ähnlich stilsicher wie seine Vorgänger. Er fand zwar auf Anhieb seinen Bus, hatte aber zu keinem Zeitpunkt auch nur den blassesten Schimmer, wo er denn sein könnte. So belustigte er befragte Einheimische nach seinem Zielort, als er sich bereits in diesem befand. Zur Belohnung dafür, dass er das Rathaus fand, erhielt er dann aber von seinen Reisegefährten eine Guillotine. Vielleicht, weil er etwas kopflos agierte, oder aber auch, weil die beiden Vorhergereisten ein schlechtes Gewissen hatten, da sie mit der langjährigen Bura Bura Tradition gebrochen hatten, wonach man in einem derart kleinen Ort zwei versammelte Buritos stets riechen oder zumindest hören, jedenfalls sofort verorten können sollte. Unnötig zu sagen, dass diese Sitte bald wieder aufgenommen wurde.

Kevin unterhielt dabei wie gewohnt die lokalen Mädchen und besorgte deren Eltern. Mit ihren Geburtstagsmalsets durfte er jedoch nicht spielen. Dafür mimte er den Kulturattaché und knüpfte neue Netzwerke mit den Einheimischen, welche nicht glauben konnten, dass die Fernreisenden zu dieser Jahreszeit bei ihnen nächtigen wollten. Diese Lokalen und deren Lokale machten aber zunächst auf unnahbar, da sie den Buritos vorerst die Essensausgabe verweigerten aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit oder aber der zurückgebliebenen deutschschweizer Gäste. Dieser Verdacht wurde gerade durch Kevin genährt, respektive durch die Weise, in der sich dieser ernährt. Einerseits bestellte er stets pünktlich auf die eigenen Rauchpausen hin, andererseits verweigerte er dem Wein seine natürliche Zugehörigkeit zum Käseplättchen und schlussendlich erprobte er Heinos Bonmot, wonach nur der Enzian gebührend blau mache. Lucas und Jacques erprobten das blaue Geblüm jedenfalls nur via Nase und selbst das gereichte zu nachhaltigem Schaden der Schleimhäute… Deren teilweiser Ausfall entpuppte sich aber in der Nacht als Segen. Schliesslich bemühte sich Kevin tunlichst darum seinen Zimmergenossen einen unruhigen Schlaf zu bescheren, indem Wälder zersägt und Brummbären in Braunbären konvertiert wurden bis sie so richtig grizzly waren und zum Schluss auch noch der Lucas zwar nicht gehaut, sondern betatscht wurde. Man könnte also meinen, dass das Ganze auch zum Kotzen gewesen sei, aber mehr als angereicherte Gase der klimaerwärmenden Sorte kamen dabei nicht heraus – mit diesen rächte sich aber überraschenderweise vor allem der Lucas am Kevin.

Die fehlende Übelkeit war von Vorteil, denn am nächsten Morgen ging es nur deshalb nicht mit dem Frühtau zu Berge, weil dieser noch bis am Mittag gefroren blieb. Als der erste Hahn krähte, war man dennoch schon länger unterwegs. Schliesslich hatte der frühe Vogel Jacques die Matines längst sonniert. Diese Abweichung vom handelsüblichen Kinderlied stiess jedoch auf wenig Gegenliebe. Vielleicht hätte er besser den Grenzübertritt abgewartet, wo durchaus mal Nachtigall und Hahn zwecks Skiverkauf verwechselt werden dürfen. Doch danach kräht kein Hahn, obwohl er es doch tat. Anderen Vogelgesang hörte man in der jurassischen Kälte vorerst keinen, was daran liegen könnte, dass die meisten gefiederten Kleinlinge gerhardesk den Boden zierten. Ob es an den Hähnen, der Kälte oder den zahlreichen UNICEF-Helikoptern lag, wird sich wohl nie weisen…

Letztere schienen jedenfalls fleissig Basketballkörbe abzuwerfen, weshalb auch gefährliche Sportcamps und Arbeitslager durch die Wälder des Jura streiften. Die Buritos umschifften diese auf ihrer Wanderung aber ganz einfach, besiegten dabei auch einen gefährlichen Torwächter, der nicht mit der Gegenfrage bezüglich des Gewichts eines durchschnittlichen Baumstamms gerechnet hatte, und zeigten sich ob den Rechenkünsten der jurassischen Tante-Emmen-Wirtschaft erstaunt, welche 4 Sfr. durch drei Teilen konnte und trotz der vorherigen Regenwoche sein Wasser scheinbar über die grüne Grenze importierte.

Letztere überquerten schlussendlich auch die drei Wanderburen, als sie versuchten einen grossen Stier zu besteigen. Dies gelang ihnen ohne einen weiteren Vogel zu ermorden, obwohl ihr Gehweg mitunter strachursche Dimensionen einnahm, bei dem man entweder auf dem Schlamm oder dem Frost ausrutschen durfte. Am Ziel angekommen nahm man umso erstaunter zur Kenntnis, dass die Einheimischen den grossen Stier trotzdem in unbefleckten weissen Trainerhosen erklimmen konnten – es ist anzunehmen, dass diese als Ausdruck des guten Geschmacks allegorisch für ihren Träger standen. Diese Erkenntnis musste erstmal mit einem Schluck verdaut werden, wobei in dem Zusammenhang die Löwenmilch der grünen Fee vielleicht über eine etwas unglückliche Farbgebung verfügte. Ebenfalls ungünstig war auf dem grossen Stierli der Entscheid von Kevin und Lucas, Jacques die Guillotine köpfen zu lassen. Der Coup du Grand Toreau entpuppte sich als entsprechend kräftig.

Der Weg ins Tal dauerte aufgrund von beständigen Fraktionswechseln bedeutend länger wie angedacht. Deshalb musste schlussendlich eine Abkürzung her, damit pünktlich die erste Brennerei Frankreichs angesteuert werden konnte. Da hierfür Kanada passiert werden musste, wo Kevin von einem Riiiieeesentiger angegriffen wurde, waren die Buritos genügend verwildert, um sich am Ziel ihrer Reise einer Gruppe anzuschliessen, welche den absinthe sauvage degustierte. Ein Schlückchen oder zwei von diesem und seinen Kameraden, wie auch eine interessante und herzliche Lehrstunde später überlistete Jacques den Eigentümer, der die Buritos gratis davonziehen lassen wollte, durch den Kauf zweier Flaschen. Obwohl er bereits einen passenden Schoppen voller Feensaft erworben hatte, erhielt Kevin eine von Jacques Neueinkäufen als Sold für seine geleisteten Liebesdienste, äh, die Organisation des Events, wobei er sich auch noch mit nutzlosem Wissen über die lokale Fussballequipe in der Saison 2012/13 abfinden musste.

Jacques bereute das Geschenk jedoch bereits kurze Zeit später als Kevin ihn via einer pittoresken Strecke, die wohl nur dem gefallenen Gerhard etwas missfallen hatte, von einem geschlossenen Restaurant zum nächsten führte – und dies obwohl die fraglichen Etablissements beharrlichen Schilder vor der Türe hatten, die auf deren offene Türen verwiesen, und die Mittagszeit schon ziemlich fortgeschritten war. Schlussendlich gab es dann nach einem weiteren Marsch in Pontarlier ein Mahl. Der dortige Kellner war dabei so verblüfft vom Hunger der Buritos, dass er Kevin zunächst mit einem falschen Teller quälte. Dennoch vermochte er die drei knurrenden Mägen zu besänftigen, so dass diese Francois und Rene am Bahnhof abholen konnten. Die beiden vespäteten Buritos, die Simone im Büro vergessen hatten, wurden frisch mit dem Transenbus geliefert, obwohl überall Strassenschilder standen, welche einen SAUF BUS versprachen. Die Bezeichnung entpuppte sich jedenfalls als ziemlich treffend, da der eine – der einst als frère du Jacques Berühmtheit erlangt hatte – tatsächlich in Damenunterwäsche umherziehen würde, während der Andere deutliche Spuren einer gewissen Angie mit sich führte.

Mit den Neuankömmlingen wurde das nutzlose Wissen der Gruppe 1) zelebriert, 2) offenbart, 3)verfestigt, respektive a)hinterfragt, b)angedeutet oder c)unter Beweis gestellt. Inwiefern kaputte Gläser dazu etwas beitrugen, sei mal dahingestellt. Das Hotel freute sich danach so sehr über die Buritos, dass sie einen himmlichen Begleiter anstellten, der diese ablenken und wegführen sollte. Das anschliessende Abendessen ging nicht zuletzt wegen des Weines auf keine Kuhhaut und in der metallenen Bar tanzten keine Bären, weil kein Platz war. Da das abschliessende Bier des Tages sich als weiterer Zaubertrank der grünen Fee entpuppte, schliefen danach alle ziemlich tief und fest. Sogar der Lehrer konnte sich dabei von seinen anstrengenden Ferien etwas erholen…

Leider vermochte der folgende Tag nicht mehr an das traumhafte Wetter des Vortages anzuknüpfen, so dass die Rückreise angetreten wurde. Obwohl sich einige Buritos kurz vorher der eingangs dieses Texts noch vermissten Tradition besannen und Lieder aufs übelste zerschrieen, vermochte Kevin noch Wildtiere zu besichtigen, bevor ihn die Grenzwache schnappte. Diesen erzählte Jacques stolz wie er zuvor die grüne Grenze in die andere Richtung passiert hatte, was Franzosen Francois und Rene fast nach Magdeburg trieb. Als letztes Hellelujah besichtigten Francois und Jacques dann zwar nicht den Gare de Lyon aber immer ein Rudel lions die einen Bock mit goldenen Hoden zerfleischten. Ob dieser Gerhard hiess? Man weiss es nicht…

posted by El Presidente at 8:11 pm  

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